IN ARCADIA EGO

zwischen den zeilen, da kommt noch licht her…

Kurz bevor die Mauer fiel…

November9

Am Abend des 09. November 1989 hält Günter Schabowski, Mitglied des des Politbüros der SED  in Ostberlin eine Pressekonferenz vor Journalisten aus aller Welt, die vom Fernsehen der DDR live übertragen wird.
Auf Nac
hfrage [...]  holt Günter Schabowski um 18.53 Uhr einen Zettel aus seiner Tasche heraus [...] und liest stockend vor: “Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen -  Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse – beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt.
Die zuständigen Abteilungen [...] in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständige
n Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne daß dabei noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen.”
Schabowski ist sich nicht sicher, was er da verlesen hat und wird schon mit
einer weiteren Frage konfrontiert: “Gilt das auch für Westberlin?”. Er zuckt mit den Schultern und antwortet: “Also, doch, doch” und liest dann weiter vor:
“Die ständige Ausr
eise kann über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu Westberlin erfolgen.”
Schabowski wird gefragt: “Wann tritt das in Kraft?” und er antwortet
: “Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.”

http://www.berlinermaueronline.de/geschichte/mauerfall.htm

Feuer!

November8

“Ja, [...] er ist verrückt, aber welche Leidenschaft treibt ihn! Nur wer brennt, lebt.”

Elke Heidenreich, auf dem Einband von: Günther Freitag “Brendels Fantasie”

1. FC Liebe vs. Dynamo Verstand (1:0)

November5

Officer Cahill zögert. Er ist kein Vollidiot, und irgendein Teil von ihm ahnt, daß er nach Strich und Faden verarscht wird. Aber wenn’s hart auf hart kommt, wiegt unerwiderte Liebe immer schwerer als gesunder Menschenverstand: Er setzt sich auf den Barhocker rechts von Maledicta und winkt dem Barkeeper zu. “Noch zwei Whsikeys.”

Matt Ruff: “Ich und die anderen”, S. 614

Wohin!

November5

“Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.”

Laozi

Seelenverwandt oder nur die gleiche Diagnose???

November4

“… Verwandtschaft der Seelen? Ist das nicht nur die Nähe der Neurosen?”

Sven Hillenkamp: “Das Ende der Liebe – Gefühle im Zeitalter unendlicher Möglichkeiten, S. 75

Die Feinde der Liebe

November1

“Zwei Feinde kennt die Liebe. Der eine hat die gesamte Geschichte hindurch die größte Beachtung gefunden; Dramen, Romane, Filme handeln von ihm. Es ist der Zwang [...] Der andere Feind ist kaum je wahrgenommen worden. Er war kein Feind der Liebe von Anfang an, im Gegenteil, er gilt als ihr Begründer und lenkender Geist. Zum Feind wurde er erst mit der Zeit. Es ist die Freiheit. Liebe kann nicht nur an ihren Unmöglichkeiten scheitern, sondern auch an ihren Möglichkeiten, [...] auch an der Gewalt eines sich als frei und originell verstehenden Bewusstseins.”

Sven Hillenkamp: “Das Ende der Liebe – Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit, S. 38

The Beaty and the Beast!

Oktober31

“Keine Rose ohne Dornen. Aber manche Dornen ohne Rosen.”

Arthur Schopenhauer, in: Irvin D. Yalom “Die Schopenhauuer-Kur”, S. 291

Emo-Shadows and Life

Oktober30

“Wir werfen die Schatten unserer Gefühle auf die anderen und sie die ihren auf uns. Manchmal drohen wir daran zu ersticken, doch ohne sie gäbe es kein Licht in unserem Leben.”

Altarmenische Grabinschrift

Ein Wilde(r) Satz…

Oktober26

Nur die Oberflächlichen kennen sich selbst.

Oscar Wilde


Kleine Reihe zeitloser Schriften Vol. 5: Schrift zur Sichtbarmachung des “Kranken” als Quell literarischen Schaffens

Oktober21

Das Kranke als Quell

literarischen Schaffens

Die Krankheit selbst kann ein Stimulans des Lebens sein, nur muß man gesund genug für dieses Stimulans sein.

Robert Musil: “Der Mann ohne Eigenschaften”

Die folgende Definition des Krankheitsbegriffes soll nicht ein allumfassendes, in Gänze beleuchtendes Ausmaß offenbaren, sondern vielmehr eine Art gedankliche Ouvertüre bieten, die eingangs Facetten liefert, die nachgestellt für das Verständnisgeflecht des Gesamtkontextes mitunter dienlich sein können.

Das Wort Krankheit, synonym zu Schwäche, Leiden, Not bezeichnet die Störung der normalen Funktion des ganzen Organismus oder eines Organs, sowie der Psyche. …

Krankheit wird oft im Gegensatz zu Gesundheit definiert. Allerdings wurde Gesundheit auch schon als idealer Zustand optimalen Wohlbefindens definiert, und Krankheit ist nicht die einzig mögliche Ursache für mangelhafte Gesundheit. Die Übergänge zwischen „Gesundheit“ und „Krankheit“ sind fließend. Vieles mag letztlich einfach eine Frage der Sichtweise sein. So hat sich der Begriff Befindlichkeitsstörung für Einschränkungen des leiblichen oder seelischen Wohlbefindens ohne objektivierbaren medizinischen Krankheitswert eingebürgert. Andererseits können als krankhaft definierbare Zustände auch ohne subjektiven Leidensdruck vorliegen.

Die normale Funktion ergibt sich aus der Regelhaftigkeit der Lebensvorgänge; in unterschiedlichem Ausmaß beinhaltet sie die Fähigkeit zur Anpassung an veränderte innere und äußere Bedingungen. Ihre Beurteilung durch Menschen weist auch Abhängigkeit von deren Normalvorstellungen auf. Als Funktionsstörung kann Krankheit verschiedene Bereiche lebendigen Seins betreffen und sich in deren Wechselwirkungen entwickeln.“

(www.wikipedia.org/wiki/Krankheit)

Zu Anfang muss als wohlweißich und unverkennbar vorausgesetzt werden, dass historische Schriftsteller wie Friedrich Nietzsche, Franz Kafka oder Marcel Proust immer wieder das Kranke, das Leid und das Absonderliche streiften, es somit zum Fokus ihrer Schriften erkoren. Zweifelsfrei trugen besagte Autoren das Kranke mitunter auch als Teil ihrer Person in sich. Aber auch in der modernen Literatur finden sich Thematisierungen des Kranken, in beiden folgenden Beispielen als Beschreibungen von individuellen Schicksalen der Protagonisten der literarischen Werke. Die beiden ausgewählten Autoren Matt Ruff und Pelle Sandstrak thematisieren das „Kranke“ jeweils auf eigene Weise, obschon beiden offensichtlich immanent ist, ein Krankheitsbild literarisch klar zu fixieren.

So sei es, dass dies hier als Anlass dienen soll, im Zentrum der Betrachtung sogenannte Krankheitsbilder und deren Symptome, Ausmaße und Folgen stehen zu lassen. Ausgangspunkt dieses Fokus ist die schlichte Tatsache, dass Autoren wie die oben genannten menschiche Krankheiten als Stimulans ihres literarischen Schaffens betrachteten oder aber das „Kranke“ in ihnen es verlangt, sie antreibt und zu Schriftstellern werden lässt, die den Kern ihres Schaffens immer wieder in der Offenbarung der Auseinandersetzung ihrer Protagonisten mit sich und der Welt suchen und finden. Im Dickicht aus allerlei Einzelheiten und Eindrücken stilisiert sich das Kranke zum Hauptmerkmal ihrer auf Papier geformter Figuren. In beiden Fällen, also der Faszination an der Sonderbarkeiten von Krankheiten, aber auch im Falle des „Selbst-befallen-Seins“wird oft eines deutlich: Der Mensch ist ein zähes Wesen, welches den seltsamsten und ungewöhnlichsten Verhaltensweisen – Symptomen – ausgesetzt, eines doch nur zu oft beweist: Er meistert sein Leben! Absurd, mitunter mit dem Anschein von Groteskem, Zwängen unterliegend, angestrengt, manchmal leicht, durchdacht, gejagt, getrieben und trickreich. Wie dem auch sei, sogar zum äußersten Aushaltbaren getrieben, gelingt es dem Mensch, so auch in den von mir ausgewählten literarischen Beispielen, ein – trotz aller Plage durch das Kranke – Dasein an den Tag zu legen, welches im Grunde eine affirmative, letztlich positive Art der Lebenslagenmeisterschaft aufzeigt, kurz: Die Protagonisten sind in letzter Instanz meist „besessen vom Leben.“

Read the rest of this entry »

« Older EntriesNewer Entries »