IN ARCADIA EGO

zwischen den zeilen, da kommt noch licht her…

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September2

…it’s all about quotations!

IN ARCARDIA EGO (dt. ICH, IN ARKADIEN)

Manifest zur kontemplativen Maurerei an Wortkathedralen mit Hilfe der Publikation von Zitationen diverser Daseinsfragen und deren Betrachtung, Bewertung, Glorifizierung oder auch Widersagung in Kommentarform.

Präambel

Der Manifestation sei die Definition zu Grunde gelegt, die zu erläutern trachtet, was es mit der Namensgebung dieses BLOGs auf sich hat. “IN ARCADIA EGO” (dt.: ICH, IN ARKADIEN) ist abgeleitet von der lateinisischen Phrase ”ET IN ARCADIA EGO”, deren genaue Übersetzung in der Fachliteratur nicht eindeutig ist. Grund der Ambilvalenz in den Deutungsansätzen ist die im Satz fehlende grammatikalische Logik (Kopula) bezüglich des Verbs “esse (=sein)”, was im Lateinischen möglich ist, aber letztlich zu unterschiedlichen Interpretationen führt. Die sprachlich verwendeteten Übersetzungen werden im Kern ausgedrückt durch ”Auch in Arkadien (bin) ich” und der Fassung  ”Auch ich (war) in Arkadien”, welche rezeptionshistorisch die heute gängigere Variante darstellt. Die Ursprünge des Arkadienmotivs liegen bei dem römischen Dichter Vergil (70-19 v.Chr.), werden im Barock durch den Maler Nicolas Poussain (17. Jhd) wieder aufgegriffen, finden ebenso in der Periode der Weimarer Klassik (18.Jhd) in Schillers Gedicht “Die Resignation” eine Bedeutung und werden schließlich von dem Philosophen Friedrich Nietzsche (19.Jhd) als Metapher benutzt. Dem Diskurs bezüglich des Verständnisses von “ET IN ARCADIA EGO” keine Folge leistend, dieser somit folgerichtig eine Absage erteilend, dadaurch vorallem aber den Kern der Aussage ins Zentrum der Betrachunng rückend, vernachlässigen wir den strittigen Teil der Phrase und verwenden den Ausspruch folgendermaßen: “IN ARCADIA EGO (dt.: ICH, IN ARKADIEN)”.

Der Glorifizierung des Arkadienmotivs wird in dem hier vorliegenden Ansatz jedoch in Gänze nachgeeifert, in dem bestimmte Prinzipien der Rezeptionsgeschichte durch die hier postulierte Sichtweise vertreten werden. So findet sich Affimration zu den Denkweisen der Renaissance und des Barocks, wo die griechische Landschaft Arkadien zum Symbol für eine idyllische Zeit geworden war, in der die Menschen als glückliche Hirten lebten und sich im Einklang mit der Natur ganz der Muße, der Liebe, der Dichtung und Musik hingaben. Auch die Verwendung der Phrase durch Friedrich Nietzsche ist eine bestimmte Excellenz nicht abzusprechen, ist für ihn Arkadien ein Bildnis für die heroische Idylle, die der Philosoph für sich in der Region des Engadin gefunden hatte und die er immer wieder mit den Weiten Arkdiens verglich. Nietzsche verbindet die Sentenz ebenfalls mit dionysisch Rauschhaftem und apollinisch Träumerischem, schlichtweg zu deuten als ein ferner Nachhall der Arkadien-Mythologie. Der präziseste Deutungsversuch gelingt Vergil, für den Arkadien der Ort zu sein scheint, in dem alle Dichtung ihren Ursprung hat und die damit auch die imaginäre Heimat eines jeden Dichters ist.

Hier schließt sich gedanklich der Kreis, die angedachte Absicht manifestiert in der dargebrachten rezeptorischen Fassung von “ET IN ARCADIA EGO”, stellt Bezugnahme her, weist den Weg, gibt eine Richtung des Denkens…

Die Axiome der Relevanz:

  • Wörter in Satzform wirken auf den Menschen; dies gilt als unumstößliche Grundthese.
  • Zwischen den Zeilen, da kommt noch Licht her. Dessen Ergründung ist Anlass und Antrieb.
  • Der Publikation von Zitaten zu Daseinsthematiken wird unabdingbar Gewähr geleistet, zwar in zwanglosen, indes jedoch regelmäßigen zeitlichen Abfolgen.
  • Das Zitat kann alleine stehen, ohne zu wanken.
  • Kommunikation ist immer, auch ohne Kommentar.
  • Die Gedanken sind frei, Kommentare erlaubt.
  • Schreiben ist magisch, Gedanken können wachsen.
  • Das Geschriebene wird Wort; Aus- und Abschweifungen sind natürlich, Komplextität menschlich, abstrakte Gedankengänge unausweichlich, schlichte Formulierung durchaus sinnhaft.
  • Des Lesers Einwand, Affirmation, Negation, Aufmerksamkeit, Staunen, Freude und Verstand sind willkommen und erwünscht.
  • Jeder kann ein Denker sein, der Geist in Freiheit schweifen.
  • Wer Arkadien erblickt, sollte davon berichten.
  • All dies geschieht der Zitation zu Ehren.
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